Hünenberg See – für eine massvolle Entwicklung

Umgestaltung Knoten Zythus

Unabhängig von der Ortsplanungsrevision arbeitet der Gemeinderat zur Zeit an einem Betriebs- und Gestaltungskonzept für den Knoten Zythus.

Mit der Inbetriebnahme der Umfahrung Cham–Hünenberg (UCH) im Jahr 2027 wird sich das Verkehrsaufkommen in Hünenberg deutlich verändern und weiter zunehmen. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Neugestaltung des Ortszentrums und vor allem für das Gebiet Bösch und Hünenberg See mit Zythus.

Zu diesem Zwecke hat der Gemeinderat ein Mitwirkungsforum eingesetzt, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus Kommissionen, Interessengruppen, dem Gewerbe sowie Mieterinnen und Mieter von Erdgeschossnutzungen mitarbeiten. Die erste Sitzung fand am 26.März 2026 statt.

Die IG Hünenberg See engagiert sich am Forum und ist mit zwei Personen vertreten. 

Beurteilung der Umfrageresultate zur Ortsplanungsrevision

Die Ortsplanungsrevision der Gemeinde Hünenberg wurde am 28. September 2025 mit 55,9 % deutlich abgelehnt. Im Dezember 2025 liess der Gemeinderat durch das Institut gfs Zürich eine Nachbefragung durchführen, um die Gründe für dieses Nein zu analysieren.

Die IG Hünenberg See hat die Umfrage von Beginn weg kritisch beurteilt.

Folgende Schwächen relativieren aus unserer Sicht die Aussagekraft der Ergebnisse:

  • Das kurze Zeitfenster von nur 17 Tagen vor Weihnachten sowie die primär digitale Teilnahme stellen die Repräsentativität in Frage.
  • Weniger digital affine Personen wurden faktisch benachteiligt.
  • Die Fragestellungen sind technokratisch und teilweise unausgewogen: Pro-Argumente zu positiv formuliert, kritische Aspekte zugespitzt.
  • Die Fragestellungen waren komplex und unterschiedliche Themen wurden vermischt – wie moderate Verdichtung und massive Aufzonungen im Seegebiet.
  • Gleichzeitig wurden zentrale Aspekte gar nicht erhoben: etwa, wie stark sich Personen persönlich betroffen fühlen oder welches Vertrauen sie in die Behörden haben.

 

Was sind aus der Sicht der IG Hünenberg See dennoch zentrale Erkenntnisse aus der Umfrage:

Das klare Nein wird bestätigt

Die Nachbefragung bestätigt das Abstimmungsresultat: Rund 56 % der Teilnehmenden geben an, Nein gestimmt zu haben (Slides 10/14/15).

–> Das Nein ist breit abgestützt – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Informationsstand.

 

Betroffene Regionen sind besonders kritisch

Direkt betroffene Gebiete wie Hünenberg See und Bösch sind überdurchschnittlich vertreten (Slide 6 der Umfrageergebnisse). Gerade dort ist die Ablehnung besonders deutlich.

–> Der Gemeinderat ist gefordert, diese Stimmen ernst zu nehmen.

 

Gründe für die Ablehnung sind klar erkennbar

Es gibt kein einzelnes „Killerargument“ – aber ein klares Muster (Slide 52):

  • Fehlende Gesamtplanung (insbesondere Zythus und Bösch)
  • Unzureichende Berücksichtigung von Verkehr und Infrastruktur
  • Zu starke Aufzonungen und Verdichtung
  • Mangelnde Einbindung der Bevölkerung und der Interessensgruppen

–> Das Nein war sachlich begründet und über mehrere Themen hinweg konsistent.

 

Pro-Argumente überzeugen nur bedingt

Das wichtigste Pro-Argument – vergünstigter Wohnraum – findet zwar Zustimmung, aber nur knapp und ohne starke Überzeugung (Slides 56/61). Viele finden die Idee gut, zweifeln aber an der Umsetzung.

–> Die Vorlage konnte das Versprechen – vergünstigter Wohnraum – nicht glaubwürdig einlösen.

Einordnung durch die IG Hünenberg See

Für uns bestätigen die Resultate:

  • Die Bevölkerung will Entwicklung – aber massvoll und abgestimmt
  • Die geplanten Aufzonungen im Seegebiet gingen zu weit
  • Wichtige Themen wie Zythus und Verkehr wurden ungenügend berücksichtigt

Das Nein war kein Zufall – sondern das Resultat eines nicht ernst genommenen Mitwirkungsprozesses.

Die Bevölkerung hat nicht „gegen Entwicklung“ gestimmt – sondern gegen eine unausgereifte, unausgewogene und unvollständige Vorlage.

 

Unsere Forderung lautet deshalb:

  • Verzicht auf jegliche Aufzonungen im Seegebiet
  • Einbezug aller relevanten Gebiete (insbesondere Zythus)
  • Klärung von Verkehr und Infrastruktur
  • Echte Mitsprache der Bevölkerung und der verschiedenen Interessensgruppen

Wer die Lehren aus dieser Abstimmung ignoriert, riskiert ein zweites klares Nein.

Weiteres Vorgehen der Gemeinde

Der Gemeinderat bereitet derzeit die Überarbeitung der Ortsplanungsrevision vor und plant, diese in Kleingruppen weiterzuentwickeln. Die Diskussionen sollen ab Sommer 2026 in einem klar vorgegebenen Rahmen stattfinden. Die breite Bevölkerung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder einbezogen – im Rahmen der öffentlichen Auflage und bei der Abstimmung. 

Die Resultate der Umfrage wurden den Direktbetroffenen bisher lediglich über Medien und die Gemeinde-Homepage vermittelt – obwohl die Befragung von den Stimmberechtigten finanziert wurde.

–> Es ist daher fraglich, ob unter diesen Voraussetzungen eine echte Mitsprache möglich ist – oder ob erneut eine Vorlage entsteht, die an den Anliegen der Bevölkerung vorbeigeht. Die IG Hünenberg See wird den weiteren Prozess kritisch begleiten und ist bereit konstruktiv in den Kleingruppen mitzuarbeiten.

Gründe, warum die IG Hünenberg See die erste Vorlage klar abgelehnt hat: